Praxis
König & Grotzer

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Teleskopprothese

Eine Teleskopprothese ist eine Form des kombinierten Zahnersatzes. Von kombiniertem Zahnersatz spricht man immer dann, wenn der Zahnersatz sowohl festsitzende als auch herausnehmbare Bestandteile hat.

Hierbei wird eine Teilprothese über festsitzenden Zahnersatz sogenannte Teleskopkronen am Restgebiss befestigt. Auf diese Weise erhält die Teilprothese deutlich besseren Halt. Gleichzeitig wird die Ästhetik stark verbessert, da die normalerweise bei Teilprothesen sichtbaren Klammern vermieden werden können.

Die Herstellung

Sind nur noch wenige Restzähne für die Abstützung einer Prothese vorhanden, bietet eine Klammerprothese in der Regel wenig Halt und Komfort. Um sowohl den Prothesensitz als auch die Ästhetik zu optimieren, kann in diesen Fällen eine Teleskopprothese angefertigt werden.

Die Restzähne sollten hierfür in einem guten Zustand sein. Stark gelockerte Zähne können nicht als Pfeiler für eine Teleskopprothese herangezogen werden.

Im ersten Schritt erfolgt die Präparation und die Abformung der Pfeilerzähne. Anhand dieses Abdrucks wird im zahntechnischen Labor ein Gipsmodel hergestellt, auf diesem kann dann ein individueller Abdrucklöffel angefertigt werden. Mit Hilfe des sogenannten individuellen Löffels erfolgt dann die detailgenaue Funktionsabformung der Situation am Patienten.

Im Zahntechnischen Labor erfolgt zunächst die Herstellung der Primärteleskope, also des Kronenanteils, der später fest auf den Zahnstümpfen präpariert wird.

Bei Bißschablonen handelt es sich um an den Kiefer angepasste Schablonen mit einem Wachswall, der im Bereich der fehlenden Zähne liegt.Mit diesen Elementen wird die genaue Lage der Kiefer zueinander bestimmt. Auch die Bewegungsbahnen, welche den Kiefern mit der späteren Prothese möglich ein sollen, werden hier überprüft und festgelegt.

Das Anlegen des sogenannten Gesichtsbogens ermöglicht es, die Lage des Oberkiefers zum Gesichtsschädel genau zu rekonstruieren und die Modelle in der dem Patienten eigenen, individuellen Position mit Hilfe der Bissnahme einzuartikulieren, d.h. in ein künstliches Kiefergelenk im Labor einzubringen.Alle Bewegungen, welche vorher am Patienten aufgezeichnet wurden, können so im Labor immer wieder rekonstruiert und analysiert werden.

Das Gerüst wird ebenfalls beim Zahnarzt einprobiert. Hierbei wird noch einmal umfassend der Sitz, die Ästhetik und die Funktion der späteren Prothese überprüft.

Ist sichergestellt, dass alle Anforderungen an die neue Prothese erfüllt sind, kann im Labor die Fertigstellung der Prothese erfolgen.

Der letzte Schritt besteht im Zementieren der Primärteleskope und dem Einsetzten der fertigen Prothese. Die Primärteleskope werden zunächst mittels Zement am Zahnstumpf befestigt. Nach sorgfältiger Entfernung der Zementreste erfolgt anschließend das Einsetzten der Prothese, in deren Basis sich die Sekundärteleskope (die passenden Hohlformen über die Kronen) befinden. Diese gleiten beim Einsetzen über die Primärteleskope und gewährleisten so einen sicheren Halt der Prothese.

Am Folgetag, wenn der Zement vollständig ausgehärtet ist, sollte der Patient noch einmal genau instruiert werden, wie das Einsetzen und Herausnehmen der Prothese optimal funktioniert und mit welchen Methoden und Hilfsmitteln die Prothesenpflege erfolgen sollte.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Teilbezahnter Kiefer mit geringem Restzahnbestand
  • Vorgeschädigte, überkronungsbedürftige Restzähne

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • Parodontal stark geschwächte Zähne, d. h. Zähne mit hohem Lockerungsgrad
  • Nicht erhaltungswürdige Zähne
  • Fehlende Compliance Kooperationsbereitschaft des Patienten

Ihr Nutzen

Bei geringem Restzahnbestand kann die Teleskopprothese den Tragekomfort des Zahnersatzes erhöhen, da über die Teleskope ein sichererer Prothesenhalt ermöglicht wird. Gleichzeitig wird die Ästhetik deutlich verbessert, da sichtbare Klammeranteile vermieden werden können.

Teleskopprothesen können bei späteren Zahnverlusten problemlos erweitert werden, so dass diese Methode eine langfristige komfortable Versorgung darstellt.


Literatur

  1. 1. Böttger H., Gründler H. Die Praxis des Teleskopsystems. 3. unveränd. Aufl. (1982)
  2. 2. Koeck B. Teilprothesen. Praxis der Zahnheilkunde Bd. 6, 3. Aufl. (1996)
  3. 3. Strub JR al., Curriculum Prothetik